„Liebe ist die beste Medizin“

 

 

 

„Liebe ist die beste Medizin“

SZ 29.03.2018

Verhaltensbiologe Norbert Sachser erklärt, was wir Menschen von der tierischen Liebe lernen können. Und warum es auch bei Meerschweinchen so etwas wie Liebe auf den ersten Blick gibt.

Die Münsterschen Wieselmeerschweinchen führen ein einfaches Leben, sie interessieren sich vor allem für ihr Futter und die Fortpflanzung. Dennoch gehen sie dauerhafte Beziehungen ein. Bei der Wahl des Partners zeigen sie deutliche Präferenzen. Wenn man ein unbekanntes Männchen und Weibchen zusammensetzt, sieht man, dass sie sich längst nicht immer mögen. Im Gegenteil: Sie gehen sehr selektiv vor. Nur in etwa zehn Prozent der Fälle sehen sie sich – und es passt sofort.

Das klingt wie Liebe auf den ersten Blick. Zählt wie beim Menschen der erste optische Eindruck?

Das wissen wir nicht genau, es könnte auch der Geruch sein. Oder sie geben Töne ab, die wir nicht hören. Was wir wissen, ist, dass, wenn sie sich mögen, sie sehr schnell kuscheln und sich auch reproduzieren – und wie gut ihnen das tut. Wenn das Paar harmonisch ist, wirkt sich das auf den Gesundheitszustand aus. Oder anders ausgedrückt: Liebe ist die beste Medizin. Die Beziehung regelt das Stresslevel herunter und steigert das gesamte Wohlbefinden. Von anderen Arten, wie den Spitzhörnchen, wissen wir, dass eine harmonische Beziehung auch dem Herzkreislaufsystem und dem Immunsystem gut tut….

http://www.sueddeutsche.de/leben/reden-wir-ueber-liebe-liebe-ist-die-beste-medizin-1.3897467