SPIEGEL ONLINE – 12.04.2016
Im weitaus größten Teil der westlichen Gesellschaft leben die Menschen monogam. Forscher haben nun eine Theorie entwickelt, warum das so ist.
Die Wissenschaftler glauben, dass sexuell übertragbare Krankheiten mit zur Herausbildung monogamer Gesellschaften beigetragen haben. Dies schließen sie aus Computersimulationen, welche die Bevölkerungsentwicklung und den Einfluss von Infektionskrankheiten darauf abbilden. Sie stellen ihre Untersuchung im Fachblatt „Nature Communications“ vor.
Als die Landwirtschaft aufkam und die Menschen sesshaft wurden, setzte sich in einigen Gemeinschaften die Monogamie als soziale Norm durch – und zwar sehr erfolgreich. Ein Großteil des weltweiten Bevölkerungswachstums der vergangenen Jahrhunderte gehe auf solche monogamen Gruppen zurück, schreiben Chris Bauch von der University of Waterloo in Kanada (Provinz Ontario) und Richard McElreath vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig.
Warum die Monogamie in diesen Gemeinschaften entstand, war bisher noch weitgehend unklar. Mit Computersimulationen haben die Forscher nun ihre These von sexuell übertragbaren Krankheiten als Ursache untersucht. Sie fütterten ihre Modelle mit Angaben zur Bevölkerungsstruktur und -entwicklung in kleinen und größeren Gruppen sowie mit Daten zur Ausbreitung der Geschlechtskrankheiten. Außerdem gaben sie dem Modell bestimmte Vorgaben, etwa wie sich unter verschiedenen Umständen Paare bilden oder wie viel Nachwuchs sie bekommen.
Die Simulationen stützen folgende Theorie: Krankheiten wie Syphilis, Gonorrhö oder Chlamydien-Infektionen führten häufig zu Unfruchtbarkeit und können damit die Entwicklung einer Population entscheidend beeinflussen. In kleineren Gruppen mit nicht mehr als 30 Erwachsenen verschwänden solche Infektionskrankheiten relativ schnell wieder, da weitere Ansteckungskandidaten fehlten. Sie hätten mithin kaum Folgen für die Sozialstruktur solcher Gemeinschaften.
Dauerproblem in den Städten
In größeren Gruppen, wie sie mit den sesshaften bäuerlichen Gemeinschaften entstanden, würden sexuell übertragbare Krankheiten hingegen schnell zum Dauerproblem. Unfruchtbarkeit nehme zu, was die Menschen mit nur einem Sexualpartner letztlich begünstigte.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/monogamie-warum-wir-treuebeziehungen-fuehren-a-1086811.html
Apr. 23 2016
SZ – Sexkolumne: neue Artikel
Telekolleg Fummeln
VON ALENA SCHRÖDER ILLUSTRATION: SAMMY SLABBINCK
Endlich gibt es ein interaktives Web-Tutorial für die Bedienung der Klitoris. Gut so, aber Trainingsbedarf besteht noch in ganz anderen Bereichen der Liebe – es ist unter anderem Zeit für eine »virtual mom«.
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/44461/Telekolleg-Fummeln
Alles Banane
Männer haben im Durchschnitt elf Erektionen am Tag. Aber warum? Mit Sex hat es jedenfalls nur am Rand zu tun.
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/44444
Gebärmutter-Groove
Mit dem BabyPod, einem vaginal einzuführenden Lautsprecher, lässt sich das ungeborene Kind schon im Uterus mit Musik beschallen. Nur welches Programm ist das Richtige für die kleinen Rentenzahler von morgen?
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/44401
Sexuell aufgeladen
Eine amerikanische Website bringt einen Armband-Generator auf den Markt, mit dem man Strom durch Masturbation erzeugen kann. Der lang ersehnte Schub für die Energiewende?
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/44372
Der Schwefelgeruch der Liebe
Von Alena Schröder Illustration: Eugenia Loli
Der erste Furz kann der Beginn einer stabilen Beziehung sein – oder ihr Ende. Ab welchem Zeitpunkt ist es ok, vor dem Partner einen fahren zu lassen?
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/44352
Penile Bettflucht
Statt im Bett machen 12 Prozent der Deutschen am liebsten Sex auf der Hollywoodschaukel. Aber wie soll das gehen? Unser Autor hat eine überraschende Erklärung.
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/44340/Penile-Bettflucht
By Robert Mosell • Nachrichten aus der Presse